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Holzkunde

Holzeigenschaften, natürliche Merkmale und was beim Verbau zu beachten ist – alles Wichtige für Ihre Holzterrasse.

Holzarten

Nadelholz – Douglasie, Lärche, Kiefer

Nadelhölzer sind die klassischen heimischen Terrassendielen. Natürlich gewachsen, gut verarbeitbar und bezahlbar. Je nach Holzart erreichen sie Dauerhaftigkeitsklasse DC 2–4 (→ DC-Tabelle).

Was bei Nadelholz normal ist

Quellen und Schwinden

Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Stark nachgetrocknete Bretter können sich leicht schüsseln. Modifizierte Hölzer (TMT & Accoya®) sind deutlich formstabiler.

Farbunterschiede

Das Farbspiel unterstreicht die Natürlichkeit des Materials. Außenliegende Hölzer können durch Bewitterung bereits einen etwas anderen Farbton haben – gleicht sich nach der Verlegung schnell an.

Splintholz

Splintholz ist das junge Holz direkt unter dem Kambium – geringere Festigkeit, nicht dauerhaft. Bei Douglasie gut erkennbar. Dauerhaftigkeit nur durch chemischen Holzschutz oder Modifikation (TMT, Accoya®) gewährleistet.

Bläue

Blau-graue Verfärbung durch bestimmte Pilze – keine Fäulnis. Der Bläuepilz ernährt sich nur von Zellinhaltsstoffen und gefährdet die Substanz nicht. Mit fortschreitender Vergrauung kaum noch sichtbar.

Salzausblühungen

Im ersten Jahr können vereinzelt weißliche Flecken auftreten (ausgetriebenes Harz durch KDI). Die Sonne härtet diese, sie lassen sich abbürsten und verwittern mit der Zeit von allein.

Trockenrisse

Entstehen durch das ungleichmäßige Quellen und Schwinden. Beeinflussen weder Statik noch Festigkeit.

Raue Stellen

Vereinzelt unvermeidbar – insbesondere bei Holzfasern, die gegen die Bearbeitungsrichtung verlaufen, z. B. um Äste herum.

Markröhre

Die Markröhre in der Mitte des Stammes ist ein normales, natürliches Merkmal – keine Fäulnis.

Schimmel und Stockflecken

Oberflächlich, nicht holzzerstörend. Können abgewischt werden oder verwittern mit der Zeit von alleine.

Hirnrisse

Verlaufen vom Hirnende einige Zentimeter ins Brett hinein – lassen sich nicht verhindern, da über das Hirnholz ein schnellerer Feuchtigkeitsaustausch stattfindet.

Harzgallen und Harzaustritte

In den ersten 1–2 Jahren kann es zu Harzaustritten kommen. Das ausgehärtete Harz wird durch Sonneneinstrahlung spröde und lässt sich abschaben.

Äste

Äste und Maserung gehören zum Charakter natürlich gewachsenen Holzes. Jedes Stück ist ein Unikat.

Hartholz – Tropisch und Europäisch

Tropische Harthölzer (Bangkirai, Massaranduba)

Bangkirai DC 2, Massaranduba DC 1 – außergewöhnlich dicht und dauerhaft. Charakteristisch: Wechseldrehwuchs – die Fasern verlaufen abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen, was hohe Festigkeit, aber leichten Verzug bedeutet.

Europäische Harthölzer (Robinie)

Härteste heimische Holzart – härter als Eiche, Rohdichte ca. 770 kg/m³, DC 2. In unserem Sortiment keilgezinkt (→ Keilzinkung). Nur Edelstahlschrauben – Gerbsäure und Eisen hinterlassen dunkle Verfärbungen.

Was bei Hartholz normal ist

Raue Stellen

Vereinzelt unvermeidbar, insbesondere bei Fasern gegen die Bearbeitungsrichtung.

Wachsschutz (Hirnholz)

Ein Wachsfilm auf den Brettenden schützt auf langen Transportwegen vor eindringender Feuchte. Vor Verarbeitung per Kappschnitt entfernen.

Wasserflecken & Stöckermarkierungen

Schwitzwasser im Container kann Grau- und Schwarzverfärbungen (Eisen-Gerbstoff-Reaktion) verursachen. Rein optisch – verbleichen und verschwinden durch UV-Einstrahlung mit der Zeit.

Ausbluten

Durch Regen können Holzinhaltsstoffe ausgewaschen werden. Angrenzende Bereiche schützen; Terrassenöl reduziert das Ausbluten.

Äste & Farbunterschiede

Beim Hartholz treten nur vereinzelt Äste auf. Farbspiel ist ein Zeichen der Natürlichkeit.

Pinholes

Fraßgänge kleiner Insekten, ca. 1–1,5 mm Durchmesser. Insekten nicht mehr aktiv – kein Einfluss auf Dauerhaftigkeit oder Statik.

Trockenrisse

Beeinflussen Statik und Festigkeit nicht.

Wechsel-Dreh-Wuchs

Empfohlene Achsabstände auf der UK einhalten, damit das Holz „gehalten" wird.

Quellen & Schwinden

Durch fachgerechte Ausführung des Kopfstoßes kann Breitenversatz deutlich minimiert werden.

TMT – Thermisch modifiziertes Holz

Bei der thermischen Modifikation wird das Holz durch Hitzebehandlung in den Zellwänden auf molekularer Ebene verändert. Keine chemischen Zusätze – rein thermisch, biozidffrei. Durch das Verfahren werden flüchtige Holzinhaltsstoffe ausgetrieben – TMT-Hölzer harzen nicht mehr aus.

Was bei TMT normal ist

Risse

Das Thermoholz-Verfahren erhöht grundsätzlich die Sprödigkeit. Risse können vereinzelt auftreten. Eine Vorbehandlung mit geeigneten Holzölen (hydrophobierende Wirkung) reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme und damit die Rissbildung.

Bläue

Je nach Holzart (z. B. Fichte, Kiefer) kann es zu Bläuebildung kommen. Bläue zerstört das Holz nicht und beeinträchtigt nur das optische Erscheinungsbild.

Quell- und Schwindverhalten

TMT-Hölzern wird ca. 75–80 % des natürlichen Quell- und Schwindverhaltens genommen. Das Schüsseln der Dielen findet kaum noch statt.

Farbunterschiede

Natürliche Farbunterschiede zwischen einzelnen Brettern sind durch die Holzeigenschaft bedingt und gleichen sich durch Bewitterung mit der Zeit an.

Accoya® – Acetyliertes Holz

Bei der Acetylierung wird das Holz chemisch – frei von Bio- und Fungiziden – in den Zellwänden auf molekularer Ebene modifiziert. Flüchtige Holzinhaltsstoffe werden ausgetrieben – acetylierte Hölzer harzen nicht mehr aus.

Was bei Accoya® normal ist

Sortierkriterien Labella AccoyaDeck® – zu tolerieren sind

  • Vereinzelt Verwurzelung im Holz, kleine Faserausbrüche, hobeltechnisch bedingte verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten
  • Vereinzelt auftretende Rindeneinwüchse und unterschiedliche Aufnahme der Farbpigmente
  • Vereinzelt Farbunterschiede – gleichen sich nach 2–3 Monaten Bewitterung an
  • Vereinzelt kleinere Harzgallen, Rindentaschen, kleinere Äste mit und ohne Riss

Risse

Risse können vereinzelt auftreten und sind kein Reklamationsgrund. Bei Accoya® ist nachträglich nur von sehr geringer Rissbildung auszugehen.

Poolumrandungen

Im Spritzwasserbereich kann es zu abweichenden Verfärbungen kommen. Je nach Poolsystem (Chlor, Salzwasser) können Salze und Chemikalien die Oberfläche angreifen.

Mazaration

Nach der Schneeschmelze kann es zu einer Ablösung weißer Holzfasern in Rillen und Nuten kommen. Den betroffenen Bereich abbürsten, um den Prozess zu unterbinden.

Stöckermarkierungen

Durch die Acetylierung kann es zu Holzverfärbungen kommen, in denen sich Stöckermarkierungen abzeichnen. Bei Sortierung COUNTRY nicht völlig abgehobelt, bei SELECT nur vereinzelt.

Accoya® Color Grey – Farbabweichungen

Holz ist kein homogener Werkstoff und nimmt Farbpigmente unterschiedlich auf. Farbunterschiede zwischen Brettern sind völlig normal und kein Beanstandungsgrund – sie gleichen sich durch natürliche Verwitterung mit der Zeit an.

KDI – Kesseldruckimprägniert

Industrielles Verfahren: Holz wird im Kessel mit Vakuum und starkem Druck tief mit Schutzsalzen getränkt. Schützt vor Pilzen, Nässe und Insekten.

GCC – German-Compact-Composite

GCC steht für German-Compact-Composite – ein Hochleistungs-Verbundwerkstoff, der in Deutschland entwickelt und produziert wird. Ca. 60 % Holzfaseranteil werden zusammen mit einem GFK-Recycling-Granulat aus ausrangierten Windkraft-Rotorblättern zu einer Terrassendiele extrudiert.

Normen & Klassifizierungen

DC – Dauerhaftigkeitsklasse

Beschreibt die natürliche Widerstandsfähigkeit eines Holzes gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Je niedriger die Zahl, desto dauerhafter das Holz. Bezieht sich auf das Kernholz – Ausnahme: modifizierte Hölzer (Accoya®, TMT), bei denen das gesamte Holz behandelt ist.

KlasseBezeichnungStandzeitBeispiele
DC 1Sehr dauerhaftMind. 25 JahreAccoya®, Massaranduba, TMT Esche
DC 2Dauerhaft15–25 JahreBangkirai, Robinie, TMT Fichte/Kiefer
DC 3Mäßig dauerhaft10–15 JahreDouglasie, Europ. Lärche, Kanad. Lärche
DC 4Wenig dauerhaft5–10 JahreKiefer KDI
DC 5Nicht dauerhaftMax. 5 JahreEsche, Buche, Birke (unbehandelt)

Standzeiten gelten nur bei korrektem Verbau und ausreichender Hinterlüftung.

GK – Gebrauchsklasse

Beschreibt den Einsatzbereich – wie stark eine Diele Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Eine Terrasse im Freien braucht mindestens GK 3.1, ein Balkon ohne Überdachung GK 3.2.

KlasseEinsatzbereichFeuchte
GK 3.1Außenbereich, ohne Erdkontakt, geschütztGelegentlich feucht
GK 3.2Außenbereich, ohne Erdkontakt, ungeschütztHäufig feucht
GK 4Außenbereich mit ErdkontaktStändig feucht

Balkone und Dachterrassen erfordern GK 3.2 – und damit Materialien mit DC 1 oder DC 2.

Verlegung & Konstruktion

Keilzinkung

Störende Holzmerkmale wie Äste oder Harztaschen werden herausgekürzt. Die verbleibenden Stücke werden mit einem keilförmig verzahnten Fingerstoß wieder zu langen Dielen zusammengefügt.

UK – Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion bestimmt die Lebensdauer einer Terrasse genauso wie das Terrassendeck. Die UK muss mindestens die gleiche Dauerhaftigkeitsklasse aufweisen wie der Belag.

TerrassendeckUK mindestens
DC 1 (z. B. Accoya®, TMT Esche)DC 1 – z. B. Bangkirai UK, Aluminium
DC 2 (z. B. Bangkirai, TMT Fichte)DC 1 oder DC 2
DC 3 (z. B. Douglasie, Lärche)DC 1, 2 oder 3

GRAD-System

Eigenständiges Verlegesystem – erlaubt die Verlegung ohne Gefälle, weil die Dielen selbst für die Wasserableitung sorgen.

Das GRAD-System erfordert die passende GRAD-Unterkonstruktion. Standardmäßige Unterkonstruktionen und ROG-Clips sind nicht kompatibel.

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